Hrant Dink - Revolution von oben
Aus Anlass der Ermordung des armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink bringt die taz einen Artikel von Dink, der in dem Sammelband "Modell Türkei? Ein Land im Spannungsfeld zwischen Religion, Militär und Demokratie" erschienen ist. Darin untersucht Dink, von welchen Kräften - inneren oder äußeren - der Antrieb für Veränderungen in der Türkei ausgeht, und ob ein EU-Beitritt der Türkei im Kampf gegen den religiösen Fundamentalismus helfen kann. "In der Türkei beruhen Veränderungen stets auf dem Willen des 'Schattenstaates', dem Bündnis aus Militär und nationalem Kapital. Veränderungen liefen immer von oben nach unten ab. Die Gesellschaft trug in den Wandlungsprozessen nicht zu den Veränderungen bei, sondern hatte diese zu akzeptieren. Am besten drückt dies ein Satz aus dem Mund des Bürgermeisters von Ankara, Nevzat Tandogan, aus: 'Was habt ihr schon zu melden. Wenn dieses Land den Kommunismus braucht, dann werden wir ihn auch einführen.'"
anaximander - 24. Jan, 10:12

