Ich wage zu bezweifeln, dass Jérôme Kerviel im Alleingang 4,9 Milliarden Euro verzockt hat. Kervil hat nur 5.000 Euro monatlich verdient, das bedeutet, dass er unter Kontrolle seiner Vorgesetzten stand und über wenig Kompetenzen verfügte. Zwar wird jetzt ins Feld geführt, er wäre ein Computergenie gewesen, habe über intime Kontrollmechanismen der Bank Bescheid gewusst - und diese ausgehebelt.
Er soll seit dem Jahr 2000 bei der Bank gearbeitet, im Jahr 2005 zum Delta One Team gewechselt und während der ganzen Jahre nicht ein Mal Boni beantragt haben. Jetzt soll er Amok gelaufen sein - unter den wachsamen Augen seiner Vorgesetzten. Da stellt sich einem ein großes Fragezeichen in den Weg.
Ob die 4,9 Milliarden Euro - eine Summe, die sich vorzustellen, schwierig bis unmöglich ist - allein auf Kerviels Konto gehen? Oder ob man da einfach alles, was während der letzten Jahre von wem auch immer
veruntreut worden ist, addiert hat? Zweifel über Zweifel...